Groß sein als Frau in einem Monat, der wieder nach außen geht

Der April ist der Monat, in dem die Welt sich wieder zeigt. Fenster stehen öfter offen, Menschen bleiben länger draußen, Gespräche verlagern sich nach draußen. Es ist der Monat, in dem man wieder gesehen wird, nicht nur zufällig, sondern bewusst. Für große Frauen ist das kein abrupter Wechsel, sondern eine Verstärkung. Die Sichtbarkeit war nie weg, sie wird nur klarer.

Mit den hellen Tagen fällt auch die letzte winterliche Schutzschicht. Kleidung wird leichter, Körper präsenter, Bewegungen freier. Als große Frau spüre ich, wie mein Körper wieder mehr Raum einnimmt, nicht weil er größer geworden ist, sondern weil er nicht mehr verborgen ist. Meine Größe wird wieder stärker gelesen, eingeordnet, manchmal bewundert, manchmal kommentiert. Der April macht wenig unsichtbar.

Sichtbarkeit ohne Erklärung

Früher hatte ich das Bedürfnis, meine Präsenz zu erklären. Freundlich zu sein, um nicht dominant zu wirken. Mich kleiner zu machen, um niemanden zu irritieren. Heute versuche ich, mir diese Erklärungen zu sparen. Nicht aus Trotz, sondern aus Ruhe.

Der April lädt mich ein, einfach da zu sein. Ohne Kommentar. Ohne Rechtfertigung. Groß zu sein ist kein Auftritt, sondern ein Zustand. Ich darf gesehen werden, ohne etwas darstellen zu müssen.

Draußen bei mir bleiben

Je mehr sich das Leben nach außen verlagert, desto wichtiger wird für mich die innere Verortung. Ich muss nicht jede Bewegung mitmachen. Nicht jede Erwartung wird erfüllt. Der April darf leicht sein, ohne mich zu treiben.

Euer Team von LangeHosen.de

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