Große Frauen, Selbstbild und die leise Frage nach Zugehörigkeit
Der Februar ist ein Monat, in dem man sich selbst wieder stärker spürt. Die ersten helleren Tage bringen Bewegung, aber auch Vergleiche. Körper werden wieder sichtbarer, Beziehungen wieder präsenter, Gedanken wieder lauter. Als große Frau begegnet mir in dieser Zeit oft eine alte Frage: Wo gehöre ich dazu?
Diese Frage ist selten laut. Sie schleicht sich ein, zwischen Gesprächen, zwischen Bildern, zwischen Momenten, in denen man merkt, dass man anders wahrgenommen wird. Nicht ausgeschlossen, aber markiert. Groß zu sein bedeutet oft, am Rand von Gruppen zu stehen, selbst wenn man mitten drin ist.
Vergleich als leiser Begleiter
Vergleiche passieren nicht nur vor dem Spiegel. Sie passieren im Miteinander. In Freundschaften, in Begegnungen, in Räumen, in denen Körper aufeinandertreffen. Als große Frau vergleiche ich mich nicht aktiv, aber ich werde verglichen. Meine Größe wird eingeordnet, kommentiert, manchmal bewundert, manchmal problematisiert.
Im Februar, wenn alles in Bewegung kommt, spüre ich diese Vergleiche stärker. Vielleicht, weil der Wunsch nach Zugehörigkeit wächst. Nach Leichtigkeit. Nach einem Platz, der nicht erklärt werden muss.
Selbstbild braucht Raum
Ich habe gelernt, mein Selbstbild nicht aus den Blicken anderer zu formen. Das ist ein Prozess, kein Zustand. Es bedeutet, mir selbst Raum zu geben, auch dann, wenn ich mich unsicher fühle. Auch dann, wenn ich mich zu groß, zu präsent, zu sichtbar erlebe.
Groß zu sein als Frau heißt nicht, immer sicher zu stehen. Es heißt, sich immer wieder neu zu verorten. Im eigenen Körper. Im eigenen Leben.
Bei mir bleiben im Dazwischen
Der Februar lehrt mich, dass Zugehörigkeit nicht immer laut sein muss. Manchmal entsteht sie dort, wo ich aufhöre, mich zu vergleichen. Wo ich aufhöre, mich zu erklären. Wo ich mir erlaube, einfach da zu sein, in meiner Größe, in meiner Sensibilität, in meiner eigenen Zeit.
Euer Team von LangeHosen.de
