Egal ob Baggy, Boyfriend, Schlag, Karotte oder Skinny, ob in weiß, schwarz, blau, bunt, zerschlissen oder nicht: Alle kennen sie, fast alle lieben sie – in jeder Farbe und Form, in jeder Art und Weise. Das wohl am meisten gekaufte Kleidungsstück der Deutschen: Die Jeans.
Aber seit wann gibt es eigentlich die Jeans und wer ist auf die Idee dieser tollen Erfindung gekommen? Und warum heißt die Jeans überhaupt Jeans?
Ihr Ursprung findet die Jeans in den USA. 1853 eröffnete der aus Buttenheim (Franken) stammende 24-jährige Levi Strauss zusammen mit seinem Bruder und Schwager sein erstes eigenes Geschäft für Textilwaren in San Francisco, dem Westen der USA. Levi war jüdischer Abstammung. Sein eigentlicher Name war Löb Strauss. Durch Einwanderung und den Erwerb der amerikanischen Staatsbürgerschaft veränderte er seinen Vornamen auf Levi.
Bereits in seiner Kindheit war er durch die Familie geprägt vom Verkauf von Haushaltswaren, dazu gehörten auch Stoffe und Nähzeug. Robuste Arbeitskleidung war zur Zeit des Goldrausches sehr gefragt. Insbesondere die Arbeiter in den Goldminen brauchten Hosen, die der täglich harten Arbeit standhielten.
Der Schneider Jacob Davis entwickelte im Jahr 1870 die erste nietenverstärkte Jeans. Er hatte die Idee, die Ecken der Hosentaschen und das untere Ende des Hosenlatzes mit einer Niete zu verstärken. Durch den Einsatz von Kupfernieten, die aus Pferdegeschirr stammen, wurden die Jeans noch robuster und langlebiger. Das ständige Einreißen der Nähte und Taschenecken wurde dadurch verhindert. Die entwickelte Arbeitshose wurde wie ein Art Overall über die eigentliche Hose gezogen. Jacob Davis fehlte das Geld für eine Patentierung seiner Idee. Er wandte sich an seinen damaligen Geschäftspartner Levi Strauss. Von der Idee überzeugt ließen sich am 20. Mai 1873 Levi Strauss und Jacob Davis das Produktionsverfahren für nie-verstärkte Jeanshosen gemeinsam patentieren lassen. Das Patent bedeutet die Geburtsstunde der ersten Levis Jeans. Levi Strauss gilt seitdem als der Erfinder der Jeans.
Um die Produktion dieser Arbeitshosen in Heimarbeit zu beenden, eröffneten die beiden Erfinder 1880 ihre erste eigene Näherei für Jeanshosen. Weitere 10 Jahre später wurde die weltbekannte Levis 501 (R) produziert. Den Namen verdankt sie der Partynummer „501“, die für eine Serienproduktion der Jeans verwendet wurde.
Die Produktion der wohl begehrten 5-Pocket-Jeans folgte im Jahr 1901. Am 26.02.1902 im Alter von 73 Jahren verstarb Levi Strauss unerwartet. Seine 1853 gegründete Firma Levi Strauss & Company ging auf seine vier Neffen als einzige Nachkommen über. Sie führt die Produktion fort. Als weiteres Highlight kamen Jeans mit Gürtelschlaufen, die erst ab 1922 produziert wurden, auf den Markt.
Zunächst nur von Männern getragen, entdeckten in den frühen 20ern auch die Frauen die Jeans für sich. Das Modell „Levis Lady L“ setzte sich bei den Reiterinnen als belastbare Hose durch.
Darüber hinaus war das Tragen von Jeans von Frauen eher verpönt. Erst die 50er lieferten den Durchbruch der Jeans in der Damenwelt. Die Frauen wollten ihren Kleidungsstil nicht mehr nur auf Röcke und Kleider minimieren. Elvis Presley, Marlon Brando oder James Dean bevorzugten das Tragen der Jeans ebenso wie bekannte Filmstars wie Marilyn Monroe oder Doris Day.
Die Farbe der Jeans war auch anfangs nicht blau, wie Du vielleicht vermutet hast. Die Jeans bestand aus einem reinen, von Natur aus weißen Baumwollstoff, der mit Indigo gefärbt wurde. Der erste Entwurf und die ersten Stoffe der Baumwollhosen wurden aus der italienischen Stadt Genua in die USA exportiert. Die französische Bezeichnung für Genua lautete „Gênes“, woraus schon bald die umgangssprachliche Ableitung für „Jeans“ folgte. Die ersten Jeans fertigte Levi Strauss aus dem reißfesten und robusten Baumwoll-/Hanffaser-Gewebe „Serge de Nîmes“. Ein Material, das aus der Stadt Nîmes stammte. So entstand letztlich auch der heute gebräuchliche Name „Denim Jeans“.
Die meisten Jeans werden aus Baumwollgarn gefertigt. Die Garne werden mit einem besonderen Webart verwebt, damit sie widerstandsfähiger sind. Bei der Denim-Herstellung wird der sogenannte Kett- und Schussfaden verwendet. Der Kettfaden verläuft oberhalb des Stoffes, der Schussfaden unterhalb. Lediglich der Kettfaden wird eingefärbt, der Schussfaden bleibt weiß. Daher ist Deine Bluejeans von innen weiß. Der Kettfaden wird nicht komplett eingefärbt. Durch vielfältige Waschungen entstehen so unterschiedlichste Denim-Farben und Farbeffekte.
In den Anfängen der Jeans gab es nur wenige Modelle, die schnell ausnahmslos in Blautönen gefertigt wurden. Durch besondere Techniken und Färbungen erhalten die Jeans heute ihren individuellen Look. Der reine Denim-Stoff wird heute durch den Zusatz von Polyester und Elasthan elastischer. Enganliegende Jeans ermöglichen durch diese Zusätze das bequeme Hinsetzen und Bücken.
Der Vorteil der Zusätze hat auch einen kleinen Nachteil: Die Jeans ist dadurch nicht ganz so langlebig und widerstandsfähig wie einst. Aber bei der großen Auswahl ist die Freude über eine neue Jeans aus unserem Online-Store umso größer. Doch keine Sorge, bevor die Jeans in den Handel gelangt, durchläuft sie in der Regel zahlreiche Scheuer- und Reißtests. Auch die gute Verarbeitung von Nähten spielt dabei eine Rolle. Je robuster und schwerer der Denim-Stoff ist, umso haltbarer ist der Stoff in der Regel auch.
Euer Thomas aus dem Langehosen.de Team
