Wenn der Januar leise wird, nur du nicht
Der Januar hat etwas Sanftes.
Die Welt fährt herunter, Stimmen werden leiser, Menschen ziehen sich zurück.
Mäntel werden größer, Wege kürzer, Gedanken nach innen gerichtet.
Als große Frau erlebe ich diesen Monat anders.
Denn selbst wenn alles um mich herum verschwindet, bleibe ich sichtbar.
Über 1,80 groß zu sein bedeutet, dass dein Körper immer Teil des Raumes ist. Ich kann mich nicht „verstecken“, nicht im Mantel, nicht in der Menge, nicht im Neubeginn eines neuen Jahres.
Winter macht Größe noch deutlicher
Wintermode verstärkt Proportionen.
Lange Mäntel, schwere Stoffe, Layering, an großen Frauen wirkt das schnell präsent, manchmal fast dominant.
Nicht, weil wir es wollen, sondern weil unser Körper Raum einnimmt.
Oft werde ich für etwas bewundert, das ich mir nicht ausgesucht habe.
„Du wirkst so stark.“
„So souverän.“
Dabei fühle ich mich im Januar oft genau nicht so. Ich bin müde vom Jahr davor. Nachdenklich. Verletzlich.
Groß zu sein als Frau heißt oft:
Dein Inneres wird übersehen, weil dein Äußeres schon alles sagt, zumindest glauben das die anderen.
Vorsätze ohne Verkleinerung
Früher wollte ich im Januar weniger auffallen.
Flachere Schuhe. Engere Schultern. Eine Haltung, die mich ein paar Zentimeter kleiner wirken ließ.
Heute ist mein Vorsatz ein anderer:
Ich will mich nicht mehr zusammenziehen, um angenehmer zu sein.
Nicht körperlich. Nicht emotional.
Groß zu sein ist kein Gegensatz zu Weiblichkeit.
Es ist eine Form davon.
Neubeginn in voller Länge
Vielleicht ist der Januar für mich kein Monat der Veränderung, sondern der Erlaubnis.
Ich darf sichtbar sein.
Ich darf Raum einnehmen.
Und ich darf gleichzeitig weich bleiben.
Euer Team von LangeHosen.de
